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Warum bekomme ich 2023 deutlich weniger Geld für meine THG-Quote als 2022?

Warum bekomme ich 2023 deutlich weniger Geld für meine THG-Quote als 2022?

Märkte bewegen sich immer: Je höher das Angebot, desto kleiner der zu erlösende Preis. Es spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle: Im Jahr 2022 hatte der Wettbewerb beispielsweise enorm zugelegt, was zu einem Preiseinbruch führte. Diese konnten sich jedoch schnell wieder erholen, da der Druck auf die quotenverpflichteten Unternehmen stieg. Allerdings wurde der Emissionswert für Strom vom Umweltbundesamt gesenkt – der deutsche Strom-Mix ist nicht mehr so sauber, wie er das einst war.

Unter dem Strich heißt das: Die strombetriebenen Fahrzeuge können im Vergleich mit einem adäquaten Benziner nicht mehr so viel CO2 einsparen. Belieb sich die Einsparung an Treibhausgasen bei einem elektrisch betriebenen PKW im Jahr 2022 noch auf 862 Kilogramm, werden für 2023 rund 700 Kilogramm angerechnet. Ausschlaggebend ist das Hochfahren der Stromproduktion aus Kohle, um den Strombedarf mit weniger Gas und künftig ohne Kernkraft überhaupt decken zu können. Je weniger aber mit den E-Fahrzeugen eingespart werden kann, desto niedriger der Preis für die THG-Quote.

Ist die THG-Quote zertifiziert, kann sie gutes Geld einspielen. Wie hoch der Erlös ausfällt, hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab: Einerseits kann der Gesetzgeber die anerkannte Lademenge je Fahrzeug und den Emissionswert des Stromes neu festlegen, andererseits den Mehrfach-Faktor verändern. Und dann gibt es noch die Gesetze des Marktes: Steigen die Quoten, die die relevanten Unternehmen erfüllen müssen, wie geplant weiter an, erhöht sich auch deren Druck und damit die Nachfrage, was für steigende Preise sprechen würde. Diese Entwicklung steht der negativen Veränderung im Strom-Mix und dem daraus folgenden Emissionswert gegenüber, der wiederum auf den Preis drückt.

Zum anderen spielen fortschrittliche Biokraftstoffe eine Rolle. Das sind Biokraftstoffe, die als besonders förderwürdig angesehen werden, weil sie zum einen nicht wie die meisten Biokraftstoffe aus Energiepflanzen im Konflikt zu Nahrungs- und Futtermitteln stehen und zum anderen einen innovativen Charakter vorweisen. Sobald also ein Biokraftstoff als fortschrittlich eingestuft wird und in hoher Zahl auf dem Markt zu günstigen Herstellungskosten zur Verfügung steht, erzeugt dies einen Preisdruck auf andere Optionen.

So geschehen Anfang des Jahres 2023: Mit Brown Grease wurde ein vergleichsweise preiswerter Rohstoff zur Herstellung von Biokraftstoff zugelassen, der auf dem im Verbrauch von Fetten und Ölen abgesetzten Feststoffen und Abwässern basiert. Die fälschliche Einstufung von Biokraftstoff, aus Brown Grease hergestellt, als fortschrittlicher Biokraftstoff führte zu einer doppelten Anrechnung in Bezug auf die THG-Quote – und zu deren Preisverfall. Dieser Fehler wurde im Zuge der Überarbeitung der Renewable Energy Directive (RED) Ende Januar von der EU-Kommission korrigiert. Der Schaden am THG-Quoten-Markt war jedoch angerichtet, ob und wie schnell sich die Preise erholen, bleibt abzuwarten.

Der zu erlösende Preis für die THG-Quote hängt zusammengefasst von diesen Faktoren ab:

  • der jährlich vom Gesetzgeber definierte Emissionswert für Strom (Effekt positiv/negativ bis zu 100 € jährlich je PKW) auf Basis des Strommixes in Deutschland
  • die pauschal anerkannte Ladestrommenge je zugelassenem E-Fahrzeug.
  • der bei der Anrechnung der Ladestrommengen je Fahrzeug anzuwendende Mehrfach-Faktor, der im Jahr 2021 noch 1 war, in den Jahren 2022 und 2023 schon 3 und noch steigen soll.
  • der zum Zeitpunkt der Vermarktung zu erzielende Marktpreis, der durchaus stark schwanken kann.
  • die jährlich steigende und künftig 25 Prozent betragende Quotenverpflichtung an erneuerbaren Kraftstoff, die die verpflichteten Unternehmen realisieren müssen.
  • das Angebot an weiteren fortschrittlichen Biokraftstoffen zur Erfüllung der Quote.

Das Zusammenspiel dieser Faktoren brachte im Jahr 2021 zum Beispiel nur rund 50 Euro für die THG-Quote eines PKWs ein. Im Jahr 2022 bewegt sich der Preis bereits zwischen 280 und 420 Euro, während für 2023 aktuell noch 200 Euro zu erwarten sind.

Wie wird die THG-Quote gehandelt?

Im Gegensatz zu den CO2-Zertifikaten wird die THG-Quote für Ihren Fuhrpark nicht an einer bestimmten Börse gehandelt, sondern direkt an quotenverpflichtete Unternehmen verkauft. Um eine bessere Verhandlungsposition im Quotenhandel zu erreichen und eine einfache Abwicklung zu realisieren, haben sich einige spezialisierte Dienstleister als Zwischenhändler am Markt etabliert. Diese bündeln die THG-Quoten zu größeren Mengen und bieten diese den quotenverpflichteten Unternehmen an.

Die Höhe der THG-Prämie hängt in erster Linie von der je Fahrzeug zu erzielenden CO2-Einsparung pro Jahr ab. Diese wird wiederum vom Umweltbundesamt zertifiziert, das Zertifikat bildet die Grundlage für den Handel.

Das Spannende für Fuhrpark-Betreiber: Sie können nicht nur THG-Quote aus elektrischen Firmenwagen generieren, auch Ladestrom aus öffentliche Ladesäulen ist quotenberechtigt. Allerdings erhalten Sie dafür keine jährliche Vergütung, sondern eine vom Verbrauch abhängige. Sollten Sie daran Interesse haben, lassen Sie die Ladepunkte öffentlich bei der Bundesnetzagentur registrieren. Dafür sind einige Voraussetzungen technischer und regulatorischer Art zu erfüllen, wie beispielsweise die Möglichkeiten der Bezahlung durch die Nutzer oder die Vorschriften des Eichrechts.

Die Hintergründe für die THG-Quote kurz zusammengefasst: Die Investition in Fahrzeuge mit umweltfreundlichen Antrieben soll gefördert werden – im Gegensatz zu den Verbrenner-Motoren. Diese werden wegen der klimaschädlichen Emissionen und der weiter steigenden Kosten für Benzin und Diesel unattraktiver.

Quotenpflichtigen Unternehmen wie Mineralölkonzerne müssen die durch ihren Treibstoff erzeugten CO2-Emissionen ausgleichen. Die Höhe steigt jährlich bis 2030 auf 25% an. Können Sie diesen nicht aus eigener Kraft realisieren, ist eine Alternative diese anderen abzukaufen. Sie als Fuhrpark-Besitzer können davon profitieren: Veräußern Sie THG-Quote für die Firmenwagen einfach über Pooling-Dienstleister.

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